Ausstellung

Ausflug

Freitag Morgen vor einer Woche bin ich nach Frankfurt gefahren. Die Bankentürme stocherten im Nebel, ähnlich wie  die Menschen darin. Christel Wagner-Niedner erwartete mich erst am frühen Nachmittag in der galerie wagner + marks, ich hatte genug Zeit mir die Ausstellung von Peter Doig in der Schirn Kunsthalle anzuschauen. Dort bin ich dann auch ziemlich lange geblieben, die Ausstellung hat Spaß, große Freude gemacht. Mit hingebungsvollem Sinn fürs malerische Detail verschafft Doig den Bildern eine enorme sensuelle Präsenz, selbst da, wo die Malerei zurückhaltend ist. Als ich Ausstellung schließlich verließ, war ich so aufgekratzt, dass ich am liebsten selbst sofort auf der Stelle losgemalt hätte

Zeitgleich zeigt die Schirn in der Ausstellung René Magritte1948, La Période Vache eine Auswahl der „wilden“ Bilder von Magritte sowie seine nachgelassenen Super-8-Filme. Magritte, seine Frau Georgette und Freunde agieren vor der Kamera ungeübt ostentativ und mit einer Lust an der subtilen Blödelei, die sehr zeitgenössisch wirkt – Motive der Bilder von Magritte werden aufgegriffen dazu Absurdes und Slapstick im Stile des Stummfilms.

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Abends auf dem Weg zum Bahnhof kaufte ich mir noch das Buch von Ross Feld mit seinen Erinnerungen an Philip Guston. Dabei erinnerte ich mich an meine erste Begegnung mit den späten Arbeiten von Philip Guston, Mitte der achtziger Jahre während des Studiums in München.

Der Weg von zu Hause zur Akademie führte damals an einem modernen Antiquariat vorbei, das auch auf dem Gehweg vor dem Laden auf Tischen und in Kisten jede Menge Bücher feil hielt. Es gab da auch eine Kiste mit Kunstkatalogen, die ich immer sehr genau durchstöbert habe, keiner störte einen beim Blättern, zum Teil waren die Bücher eh schon recht zerzaust.

Eines Tages fand ich in dieser Kiste den Katalog zur Amsterdamer Ausstellung der späten Arbeiten von Guston aus dem Jahr 1983. Ich war hingerissen, verzaubert. Über mehrere Tage bin ich zu der Kiste gepilgert und habe auf dem Gehweg vor dem Laden – es war Sommer und warm – Gustons Bilder in dem schmalen Band studiert. Schließlich habe ich das Geld erübrigt und den Katalog gekauft. Bis heute haben diese Bilder für mich nichts an Faszination eingebüßt, im Gegenteil, ich finde sie immer großartiger.

Kategorien:Ausstellung, Zeichnung, Malerei

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