Ausstellung

Awakening

 

2007 habe ich ein Bild mit dem gleichnamigen Titel gemalt und ein wenig fühle ich mich gerade so; nach einem August, in dem ich einen Sommerkurs an der Akademie Schloss Rotenfels geleitet habe, ansonsten aber hauptsächlich müde gewesen bin, weitere Staffeln von „The Wire“ und endlich auch „District 9“ angeschaut habe, gilt es nun aufzuwachen.

 

Tillmann Damrau; AWAKENING, 2007, 130 x 150 cm

Tillmann Damrau; AWAKENING, 2007, 130 x 150 cm

 

„Stretch out thy lazy limbs. Awake, awake!“, diese Aufforderung des Cupido an den „Cold Genius“ in John Drydens Libretto für Henry PurcellsKing Arthur“  muss ich mir, in Personalunion quasi, nun selbst zurufen. Die „dramatick opera“ „King Arthur“ von Henry Purcell gehört zu meinen musikalischen Lieblingstücken. Unvergesslich ist mir die Stuttgarter Inszenierung von Martin Kušej. Eine Aufnahme mit Les Arts Florissantes wird seit Jahren wieder und wieder von mir gehört.

Anfang September hat wie jedes Jahr allerorts die Ausstellungssaison begonnen und die Einladungen zu den Eröffnungen treffen in dichter Folge jetzt ein. In Seoul geht heute die KIAF 2010 (Korea International Art Fair) zuende, Arbeiten von mir sind am Stand der Bode Galerie & Edition aus Nürnberg zu sehen gewesen. Ich habe dieser Tage mit der Vorbereitung meiner Ausstellung „Frisky Pivot“  in der Galerie Schuermer in Karlsruhe begonnen, die voraussichtlich am 19. November eröffnet werden wird.

Seit Mitte Juli bereits zu sehen ist die Ausstellung zum 200-jährigen Jubiläum der Graphischen Sammlung der Staatsgalerie Stuttgart – „… nur Papier und doch die ganze Welt …“. Die Graphische Sammlung der Staatsgalerie Stuttgart hat einen Bestand von rund vierhunderttausend Arbeiten auf und mit Papier, knapp ein Tausendstel davon ist in dieser wunderbaren Ausstellung zu sehen. Bei der Auswahl der Modernen hätte ich mir etwas mehr Mut gewünscht, an Stelle der allerwärts ausgestellten – freilich sehenswerten – Picasso, Matisse, Klee und Konsorten, hätte man die Bestände vielleicht nach der einen oder anderen Überraschung durchgehen können. Vieles zu entdecken gibt es dagegen bei den älteren Arbeiten. Selbst ein so bekanntes und bis zum Überdruss reproduziertes Blatt wie der Meisterstich „Adam und Eva“ von Albrecht Dürer aus dem Jahr 1504, überrascht durch seine Frische und Feinheit. Frappierende Handwerkskunst bezeugen mehrere Beispiele farbig von einer Platte gedruckter Radierungen und Kupferstiche. Wer ein wenig Ahnung von diesen Verfahren hat, kann sich der Bewunderung dieser Leistungen unmöglich entziehen.

Gleich beim ersten Rundgang besonders aufgefallen ist mir die in rotbrauner Tusche ausgeführte Pinselzeichnung einer italienischen Landschaft von Jean-Jacques de Boissieu aus dem 18. Jahrhundert, deren konzentrierte, analytische Einfachheit ein großartiges Beispiel davon gibt, was Übung und geistige Bewältigung des Materials an Leichtigkeit ermöglichen. Die Ausstellung ist noch bis zum 1. November zu sehen und alle, die sich für Zeichnung und Druckgrafik interessieren, sollten sich diese nicht entgehen lassen.

»… nur Papier, und doch die ganze Welt …«. 200 Jahre Graphische Sammlung

Staatsgalerie Stuttgart
Konrad-Adenauer-Str. 30-32
D-70173 Stuttgart

Öffnungszeiten: Mi, Fr, Sa + So 10.00–18.00 Uhr,  Di + Do 10.00–20.00 Uhr

 

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